Begleitung - FREIWILLIGER VERZICHT AUF ESSEN
UND TRINKEN (FVET)
Sterbefasten begleiten – achtsame Unterstützung für Betroffene und Angehörige
Eine lebensbedrohliche Erkrankung, chronische Schmerzen und der fortschreitende Verlust von Selbstbestimmung lassen viele Menschen irgendwann die Frage stellen:
Wie geht es jetzt weiter mit mir?
Plötzlich wird spürbar,
dass das Leben endlich ist.
Im Außen läuft die Welt weiter,
während man selbst innerlich wie abgeschnitten ist.
Die Gedanken kreisen, die Angst wächst und die Fragen werden unerträglich.
Was bedeutet Würde,
wenn mein Körper nicht mehr mitmacht?
Wie möchte ich leben,
wenn Heilung vielleicht nicht mehr möglich ist?
Und:
Wie möchte ich sterben?
Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken, kurz FVET oder auch Sterbefasten genannt, ist einer der Wege,
mit denen Menschen sich auseinandersetzen,
wenn das Leben in diesem Zustand nicht mehr tragbar erscheint.
Nicht leichtfertig.
Nicht spontan.
Und selten ohne einen langen inneren Weg.
STERBEFASTEN ODER FVET?
Viele Menschen suchen nach Begriffen wie:
Sterbefasten
FVET
FVNF
freiwilliger Verzicht auf Essen und Trinken
Sterbefasten zuhause
Sterbefasten Begleitung
Und oft beginnt genau dort die erste vorsichtige Auseinandersetzung mit dem eigenen Sterben.
Der Begriff „Sterbefasten“ fühlt sich für manche Menschen hart an.
Fasten klingt nach Verzicht.
Nach Disziplin.
Nach Kampf.
Deshalb nutze ich gern den Begriff FVET,
freiwilliger Verzicht auf Essen und Trinken.
Denn letztlich geht es um einen Menschen,
der irgendwann nicht mehr gegen seinen Körper kämpfen möchte.
Nicht,
weil er leichtfertig sterben will.
Sondern,
weil er müde geworden ist.
Müde vom Kämpfen.
Müde vom Funktionieren.
Müde von einem Leben,
das sich nicht mehr wie Leben anfühlt.
MEINE BEGLEITUNG BEIM FVET
Ich begleite Sie nicht in den Tod.
Als Sterbeamme begleite ich Sie dabei,
weiterzudenken,
wenn das bisherige Leben nicht mehr tragbar erscheint.
Viele Menschen kommen erst zu mir,
nachdem sie bereits eine lange Reise hinter sich haben:
Klinikaufenthalte
Diagnosen
Therapien
Medikamente
Schmerzen
Erschöpfung
Verlust von Lebensqualität
Oft haben sie versucht,
mit Angehörigen oder Ärzten über ihre Gedanken zu sprechen
und erleben dabei Angst, Unsicherheit oder Sprachlosigkeit.
jemanden zu überzeugen.
Nicht ins Leben.
Nicht ins Sterben.
gemeinsam hinzuschauen.
Was ist nicht mehr lebbar?
Welche Möglichkeiten gibt es?
Und:
Was braucht dieser Mensch wirklich?
Psychosoziale Betreuung, philosophisch-religionstheoretische Gesprächsführung, Krisenmanagement,
Coaching,
medikamentenfreie Anxiolyse
und die Verwandlung von Traumata
sind wichtige Bestandteile in meiner Begleitung.
wenn das Kartenhaus zusammenfällt,
Sie in den größtmöglichen inneren Frieden zu begleiten.
Handlungsfähigkeit zurückzugeben.
Weiterdenken möglich zu machen.
Und die Angst vor dem Tod
langsam in eine Form von Aufbruchstimmung zu verwandeln.
ANGST VOR DEM STERBEN
Kontrollverlust
Ausgeliefertsein
Einsamkeit
innerer Unruhe
dem eigenen Sterben
dem Unbekannten
Gerade dann,
wenn das bisherige Leben langsam zusammenfällt,
beginnen oft die schwersten inneren Fragen.
Wie geht es weiter?
Was passiert mit mir?
Was bleibt von mir, wenn mein Körper schwächer wird?
Viele Menschen versuchen diese Angst zunächst im Außen zu beruhigen:
durch Ablenkung,
Fernsehen,
Arbeit,
Medikamente,
Alkohol
oder ständiges Funktionieren.
Doch Angst verschwindet selten,
wenn wir sie nur betäuben.
Sie verändert sich oft erst dann,
wenn ein Mensch:
verstanden wird
Orientierung bekommt
innerlich wieder handlungsfähig wird
weiterdenken kann
Genau deshalb arbeite ich in meiner Begleitung unter anderem mit medikamentenfreier Anxiolyse.
Denn nicht jede Angst braucht sofort Medikamente.
Manche Angst braucht:
Ruhe.
Klarheit.
Worte.
Präsenz.
Berührung.
Verstandenwerden.
DAS ERSTGESPRÄCH beim FVET
Unser erstes Gespräch dient dem Kennenlernen.
Nicht jede Person,
die sich mit FVET beschäftigt,
möchte diesen Weg sofort gehen.
Manche Menschen brauchen zunächst einfach einen Raum,
um laut auszusprechen,
was sie innerlich längst bewegt.
Wir sprechen darüber:
was Sie belastet
was Ihnen Angst macht
wie Ihre körperliche Situation aussieht
welche Gedanken Sie beschäftigen
welche Fragen offen sind
Ohne Druck.
Ohne Bewertung.
Ohne vorschnelle Lösungen.
DAS INITIALGESPRÄCH BEI IHNEN ZUHAUSE
Wenn wir gemeinsam weitergehen,
komme ich möglichst zu Ihnen.
Denn Sterben geschieht nicht im luftleeren Raum.
Mich interessiert:
Wie leben Sie?
Was trägt Sie?
Was erschöpft Sie?
Was hält Ihr Umfeld aus?
Und:
Was brauchen Sie wirklich?
Wir sprechen über:
Diagnosen und Prognosen
körperliche Belastungen
Ängste
Freiverantwortlichkeit
Angehörige
Unterstützer
mögliche Konflikte
Palliativversorgung
Hausärzte
Patientenverfügung
Vorsorgevollmacht
usw.
Ich möchte wissen:
Wer unterstützt Sie?
Wer lehnt den Weg ab?
Wer braucht selbst Unterstützung?
Denn Sterben geschieht nie nur im Körper.
DAS DORF UM DEN STERBENDEN
Ein Mensch braucht am Lebensende selten nur Pflege.
Er braucht Menschen.
Menschen,
die:
Hände wärmen
schweigen können
Geschichten erzählen
nachts bleiben
Musik anmachen
beim Umlagern helfen
Füße eincremen
Mundpflege übernehmen
Angst mit aushalten.
Sondern Menschlichkeit.
ob ein Mensch sich getragen fühlt.
FREIVERANTWORTLICHKEIT
FVET braucht Klarheit.
Ein Mensch muss verstehen können,
was dieser Weg bedeutet.
Alternativen bedenken können.
Und frei entscheiden können.
Depressionen
Demenz
akuten psychischen Krisen
starkem äußeren Druck
muss besonders sorgfältig hingeschaut werden.
Nicht jede Verzweiflung ist automatisch eine klare Entscheidung.
Und nicht jede Diagnose bedeutet automatisch,
dass ein Mensch sterben möchte.
Zeit.
Ruhe.
Gespräche.
Ärztliche Begleitung.
Und ehrliches Hinschauen.
DIE TEILE DES WEGES
weil sie an einem Punkt angekommen sind,
an dem das bisherige Leben nicht mehr tragbar erscheint.
selbstbestimmt,
begleitet
und in Würde aus dem Leben treten zu können.
schwere Erkrankungen
chronische Schmerzen
Erschöpfung
Verlust von Selbstbestimmung
Angst
lange medizinische Odysseen
oder das tiefe Gefühl,
in diesem Körper nicht mehr leben zu können.
Und gleichzeitig tauchen Fragen auf,
die kaum jemand laut auszusprechen wagt:
Darf ich diesen Weg überhaupt denken?
Kann Sterben friedlich sein?
Und gibt es Menschen,
die mich dabei begleiten,
ohne mich zu verurteilen?
Nicht emotional.
Und nicht in den dunklen Stunden der Nacht.
auf dem Körper,
Geist,
Gefühle
und Beziehungen sich verändern.
Sterben planbar zu machen.
WENN DER GEDANKE ZUM ERSTEN MAL AUFTAUCHT
Am Anfang steht oft nicht der Wunsch zu sterben.
Sondern tiefe Erschöpfung.
Menschen sagen:
„So kann ich nicht mehr leben.“
„Ich halte das nicht mehr aus.“
„Ich möchte nicht mehr kämpfen.“
Und irgendwann taucht ein Gedanke auf,
der früher vielleicht unerträglich gewesen wäre:
Ich könnte auch gehen.
Nicht,
weil ein Mensch leichtfertig sterben möchte.
Sondern,
weil das Leben in diesem Zustand nicht mehr lebbar erscheint.
Operationen
oder Medikamente
bekommen plötzlich eine andere Bedeutung.
wenn ich nicht mehr kann?
WENN DIE SUCHE NACH EINER MÖGLICHKEIT BEGINNT
Jetzt beginnt häufig ein stilles Suchen.
Nach einer Möglichkeit.
Nach Ruhe.
Nach Orientierung.
Nach einem Menschen,
der keine Angst vor diesem Thema hat.
Begriffe wie:
Sterbefasten
FVET
FVNF
freiwilliger Verzicht auf Essen und Trinken
freiwilliger Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit
Palliativversorgung
tauchen plötzlich auf.
Vielleicht sprechen Sie vorsichtig mit Ihrem Arzt.
Vielleicht mit einem vertrauten Menschen.
Vielleicht zunächst mit niemandem.
Und trotzdem verändert sich etwas:
Sie beginnen weiterzudenken.
WENN AUS ANGST LANGSAM ORIENTIERUNG WIRD
Viele Menschen möchten nun verstehen:
Was passiert beim FVET/FVNF?
Ist Sterbefasten qualvoll?
Wie lange dauert dieser Weg?
Was geschieht mit dem Körper?
Was brauchen Angehörige?
Kann ich zuhause sterben?
Wenn Sie mich in dieser Zeit kontaktieren,
reden wir.
Über Ihre Ängste.
Über Ihre Erschöpfung.
Über Ihr Leben.
Über Ihr Umfeld.
Und über das,
was nicht mehr tragbar geworden ist.
Nicht als starres Konzept.
Sondern als gemeinsames Hinschauen.
Denn jeder Mensch stirbt anders.
Und jeder Körper reagiert anders.
WENN EINE ENTSCHEIDUNG LANGSAM RUHIGER WIRD
Oft entsteht nach den ersten Gesprächen nicht sofort Klarheit.
Sondern zunächst Ruhe.
Weil ein Mensch merkt:
Ich bin nicht völlig ausgeliefert.
Und genau das verändert häufig sehr viel.
Bislang kamen Diagnosen,
Therapien
und Entscheidungen oft von außen.
Jetzt entsteht langsam das Gefühl:
Ich darf selbst denken.
Ich darf selbst entscheiden.
Und mit dieser neuen Freiheit kommen manchmal:
Zweifel
Angst
Tränen
neue Gedanken
vielleicht sogar wieder Lebensimpulse
Darum braucht dieser Weg Zeit.
Nichts muss sofort entschieden werden.
WENN DER WEG KONKRET WIRD
Wenn die Entscheidung für FVET gereift ist,
verändert sich häufig erneut etwas.
Dann wird aus einem Gedanken langsam Wirklichkeit.
Und jetzt beginnt die bewusste Vorbereitung.
Wir sprechen über:
Patientenverfügung
Vorsorgevollmacht
Medikamente
Palliativversorgung
Angehörige
Unterstützer
mögliche Konflikte
Ruhe und Sicherheit
Und wir schauen gemeinsam:
Wer trägt diesen Weg mit?
Wer braucht selbst Unterstützung?
Wer hält die Angst aus?
Denn Sterben geschieht niemals nur mit einem Menschen.
Es bewegt immer auch das Umfeld.
die bleiben.
WENN DER VERZICHT BEGINNT
Irgendwann kommt der Moment,
an dem der Verzicht beginnt.
ein Lieblingsessen,
ein Glas Wein,
einen besonderen Abend.
Viele Menschen erleichtern den Körper zu Beginn noch einmal,
zum Beispiel durch eine Darmentleerung.
Damit Loslassen leichter werden kann.
weil ständig etwas getan werden muss.
weil niemand alleine sterben sollte und es Pflege und Unterstützung braucht, Sicherheit auf diesem Weg.
Hunger
Angst
innere Unruhe
emotionale Schwankungen
Und gleichzeitig erleben manche Menschen überraschend viel Klarheit.
Der Körper beginnt langsam,
sich umzustellen.
Auch Medikamente müssen jetzt häufig angepasst werden.
Manches wird nun nicht mehr als Tablette gegeben,
sondern als Spritze, oder Zäpfchen.
WENN DAS AUSSEN LANGSAM LEISER WIRD
Nach einiger Zeit beginnt es sich zu verändern..
Das Hungergefühl wird weniger.
Dafür werden:
Mundtrockenheit
Müdigkeit
Schwäche
Schlaf
Rückzug
wichtiger.
Viele Menschen ziehen sich jetzt langsam nach innen zurück.
Sie schlafen mehr.
Sprechen weniger.
Brauchen weniger Außenwelt.
Und genau jetzt wird gute Begleitung besonders wichtig.
Nicht funktional.
Präsent.
Menschlich.
Am Gaumen.
In der Trockenheit.
die:
den Mund befeuchten
Hände halten
den Körper umlagern
Wärme geben
da bleiben
Stille aushalten
Nicht perfekt.
Sondern mit offenem Herzen.
WENN DER KÖRPER BEGINNT LOSZULASSEN
Irgendwann verändert sich dann der Körper deutlicher.
Der Schlaf tiefer.
Der Mensch stiller.
Berührung.
Ruhe.
Stimmen.
Atmosphäre.
etwas zu kontrollieren.
da zu sein.
Mit Wärme.
Mit Menschlichkeit.
Der Körper wird dämmeriger.
Und irgendwann kommt der Punkt,
an dem nicht mehr der Kopf entscheidet,
sondern der Körper seinen eigenen Weg geht.
um Angst zu machen.
weil Wahrheit auch Frieden schaffen kann.
WENN DER TOD KOMMT
Der Tod kommt beim FVET häufig still.
Oft viel leiser,
als Angehörige es erwarten.
Der Atem verändert sich.
Es entstehen Atempausen.
Manchmal Atemgeräusche.
Für Angehörige klingt das oft schwerer,
als es für den sterbenden Menschen ist.
Denn der Körper braucht jetzt nur noch wenig Sauerstoff.
Und irgendwann bleibt eine Pause einfach bestehen.
Still.
Und dann beginnt eine andere Zeit.
Nicht sofort funktionieren.
Nicht sofort organisieren.
Sondern:
Atmen.
Begreifen.
Weinen.
Dasein.
Vielleicht eine Kerze.
Ein geöffnetes Fenster.
Musik.
Gebete.
Stille.
Und manchmal entsteht genau dort,
mitten im Abschied,
zum ersten Mal Frieden.
DURST BEIM STERBEFASTEN
Viele Menschen haben große Angst vor Durst.
als vor dem Tod selbst.
Durst kann quälend werden,
wenn niemand da ist,
der weiß,
wie wichtig Mundpflege jetzt wird.
regelmäßiger Mundpflege
feuchten Tüchern
Mundbefeuchtung
Geschmack
Schaum
Geduld
Präsenz
lässt sich das Durstgefühl häufig deutlich lindern.
Genau dort können Begleitende viel tun.
WIE VIEL DARF MAN BEIM FVET NOCH TRINKEN?
Diese Frage begegnet mir häufig.
Und die ehrliche Antwort lautet:
Es gibt keine exakte Formel.
Jeder Körper reagiert anders.
In der Literatur wird häufig eine Orientierung genannt:
Etwa 4 ml Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht gelten als untere Grenze dessen,
was der Körper noch benötigt.
Bei 60 kg Körpergewicht wären das ungefähr 240 ml Flüssigkeit pro Tag.
Wer deutlich darunter bleibt,
muss damit rechnen,
dass die Nieren ihre Arbeit einstellen.
Das gehört ehrlich benannt.
Manche Menschen trinken weiterhin kleine Mengen.
Andere lutschen Eiswürfel.
Andere möchten nur noch Geschmack im Mund.
Auch hier gibt es keinen „richtigen“ Weg.
Sondern den Weg dieses Menschen.
WENN DER TOD KOMMT - SCHMERZEN UND SYMPTOMLINDERUNG
Ein Mensch soll am Lebensende nicht leiden müssen.
Darum ist gute Symptomkontrolle so wichtig.
Schmerzen,
Angst,
Unruhe,
Atemnot
oder starke innere Anspannung
dürfen behandelt werden.
Ich erlebe immer wieder,
dass Menschen Angst vor Morphin oder Schmerzmedikamenten haben.
Doch ein Mensch mit starken Schmerzen
ist nicht klar.
Er nimmt schmerzverzerrt wahr.
das Leben abzukürzen.
In Würde.
Und getragen.
WENN ANGEHÖRIGE NICHT MEHR WEITERWISSEN
FVET betrifft niemals nur einen Menschen.
Auch Angehörige geraten an ihre Grenzen.
Zwischen:
Liebe
Angst
Hoffnung
Schuldgefühlen
Wut
Erschöpfung
Hilflosigkeit
manchmal sogar Erleichterung
entsteht häufig große Sprachlosigkeit.
Viele fragen sich:
Darf ich das unterstützen?
Mache ich mich schuldig?
Wie halte ich das aus?
Was ist richtig?
Was passiert jetzt?
Nicht selten versuchen Angehörige stark zu bleiben,
während sie innerlich längst zusammenbrechen.
Auch sie brauchen deshalb einen Raum,
in dem sie weiterdenken dürfen.
Ohne bewertet zu werden.
Denn Sterben geschieht niemals nur mit einem Menschen.
Es bewegt immer ein ganzes System.
Ein ganzes Dorf.
FREIHEIT UND FRIEDEN
Ein Satz begleitet mich immer wieder:
„In der Zuversicht sein und nicht mehr wollen.“
Das bedeutet nicht,
dass plötzlich alles leicht wird.
Sondern:
dass irgendwann vielleicht nichts mehr erkämpft werden muss.
Viele Menschen warten.
Auf ein Gespräch.
Auf Erlaubnis.
Auf Frieden.
wenn Angehörige sagen:
„Du musst nichts mehr tun.“
„Wir sind da.“
„Du darfst gehen, wenn du soweit bist.“
Unerledigtes noch anzuschauen.
Sich auszusprechen.
Oder wenigstens ehrlich zu werden.
ICH BEGLEITE den Menschen
Ich begleite nicht den Tod.
Ich begleite den Menschen,
der mit seinem Leben,
seinem Körper,
seiner Angst,
seinem Frieden
und seiner Entscheidung ringt.
Sterben gehört zum Leben.
Und manchmal beginnt Frieden dort,
wo Menschen aufhören,
gegen ihre Wahrheit anzukämpfen.
tue ich das von Herzen gern.
Mit Klarheit.
Mit all meinem Wissen.
Und immer mit der Haltung:
FAQ STERBEFASTEN / FVET
Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken ist in Deutschland grundsätzlich vom Selbstbestimmungsrecht eines einwilligungsfähigen Menschen umfasst. Voraussetzung ist, dass die Entscheidung freiverantwortlich, klar und ohne äußeren Druck getroffen wird. FVET/FVNF ist von aktiver Sterbehilfe und assistiertem Suizid abzugrenzen, auch wenn die ethische Einordnung gesellschaftlich unterschiedlich diskutiert wird. In meiner Begleitung geht es nicht darum, den Tod aktiv herbeizuführen, sondern den Willen eines Menschen ernst zu nehmen, Orientierung zu geben und den Prozess palliativ, menschlich und achtsam zu begleiten.
weil sie selbst betroffen sind,
Angehörige begleiten
oder verstehen möchten,
wie ein FVET abläuft.
können aber Orientierung zum Ablauf,
zur Sterbefasten Dauer,
zur Begleitung von Angehörigen
und zu häufigen Fragen rund um das Thema FVET geben.
Was ist der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken?
Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken, kurz FVET, bedeutet,
dass ein einwilligungsfähiger Mensch bewusst auf Nahrung und meist auch auf Flüssigkeit verzichtet,
mit dem Wissen,
dass dieser Weg zum Sterben führt.
Wichtig ist:
Es handelt sich nicht um ein passives Geschehen,
sondern um eine bewusste Entscheidung des betroffenen Menschen.
Ist Sterbefasten in Deutschland erlaubt?
Ein einwilligungsfähiger Mensch darf in Deutschland Nahrung,
Flüssigkeit
und medizinische Maßnahmen ablehnen —
auch dann,
wenn dies zum Tod führt.
Entscheidend ist,
dass der Wille freiwillig,
ernsthaft,
nachhaltig
und ohne äußeren Druck gebildet wurde.
Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin betont,
dass der Patientenwille auch beim freiwilligen Verzicht auf Essen und Trinken zu achten ist.
Ist FVET dasselbe wie Suizid oder assistierter Suizid?
Diese Frage wird ethisch und juristisch unterschiedlich diskutiert.
Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin bewertet den freiwilligen Verzicht auf Essen und Trinken nicht als Suizid
und grenzt FVET vom assistierten Suizid ab.
Beim FVET nimmt der Mensch kein tödliches Mittel ein
und niemand verabreicht ein solches Mittel.
Der Prozess bleibt zunächst über eine gewisse Zeit reversibel,
solange der Körper dazu noch in der Lage ist.
Gleichzeitig gibt es Autorinnen und Autoren,
die FVET als Form der Selbsttötung einordnen.
Deshalb ist es wichtig,
den konkreten Willen,
die Entscheidungsfähigkeit
und die Begleitung sorgfältig zu dokumentieren.
Welche Voraussetzungen braucht es für FVET?
Für eine verantwortliche Begleitung braucht es eine klare und freiverantwortliche Entscheidung.
Das bedeutet:
Der Mensch sollte:
- verstehen können, was FVET bedeutet
- die Folgen überblicken können
- Alternativen bedacht haben
- nicht akut verwirrt sein
- nicht unter massivem äußeren Druck stehen
Behandelbare Ursachen wie:
- akute psychische Krisen
- schwere Depressionen
- Delir
- Druck aus dem Umfeld
sollten sorgfältig geprüft werden.
Gerade bei:
- Demenz
- Depression
- akuter Verzweiflung
braucht es besondere Achtsamkeit
und gegebenenfalls ärztliche oder psychologische Einschätzung.
Welche Rolle spielen Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht?
Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht schaffen Klarheit.
Sie helfen Angehörigen,
Ärztinnen,
Ärzten
und Begleitenden zu verstehen,
welche medizinischen Maßnahmen gewünscht oder abgelehnt werden.
Besonders wichtig sind sie dann,
wenn der Mensch im Verlauf nicht mehr sprechen
oder seinen Willen nicht mehr eindeutig äußern kann.
Dürfen Angehörige einen Menschen beim FVET begleiten?
Angehörige dürfen einen Menschen begleiten,
wenn sie dessen freiverantwortlichen Willen respektieren
und nicht aktiv den Tod herbeiführen.
Begleitung bedeutet in diesem Zusammenhang:
- Dasein
- Mundpflege
- Ruhe schaffen
- Hände halten
- Pflege organisieren
- Palliativversorgung einbinden
- Ängste mit aushalten
Es bedeutet nicht,
einen Menschen zum Sterben zu drängen.
Welche Rolle spielen Ärztinnen, Ärzte und Palliativversorgung?
Ärztliche und palliative Begleitung ist sehr wichtig.
Sie dient nicht dazu,
den Tod aktiv herbeizuführen,
sondern Beschwerden zu lindern.
Dazu gehören beispielsweise:
- Schmerzen
- Angst
- Unruhe
- Übelkeit
- Atemnot
- Mundtrockenheit
Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin beschreibt FVET als Thema,
bei dem die Achtung des Patientenwillens
und palliative Begleitung zusammengehören.
Kann ein FVET wieder beendet werden?
Zu Beginn kann ein Mensch sich entscheiden,
wieder zu essen oder zu trinken,
solange der Körper dazu noch in der Lage ist.
Das bedeutet jedoch nicht,
dass FVET jederzeit beliebig umkehrbar ist.
Mit zunehmender Dauer verändert sich der Organismus deutlich.
Irgendwann kann der Prozess körperlich nicht mehr rückgängig gemacht werden.
Deshalb braucht es vor Beginn:
- ehrliche Gespräche
- Aufklärung
- Vorbereitung
- Begleitung
- und Klarheit über den möglichen Verlauf.
Wie lange dauert Sterbefasten?
Die Dauer ist individuell.
Sie hängt unter anderem ab von:
- körperlicher Verfassung
- Erkrankungen
- Alter
- Medikamenten
- Flüssigkeitsaufnahme
Bei konsequentem Verzicht auf Flüssigkeit kann der Tod nach wenigen Tagen bis etwa zwei Wochen eintreten.
Wenn weiterhin Flüssigkeit aufgenommen wird,
kann sich der Verlauf deutlich verlängern.
Pauschale Aussagen sind deshalb nicht möglich.
Ist Sterbefasten qualvoll?
FVET muss nicht zwangsläufig qualvoll sein.
Belastend kann es werden,
wenn Menschen alleine gelassen werden
oder Beschwerden nicht palliativ begleitet werden.
Besonders wichtig sind:
- regelmäßige Mundpflege
- Linderung von Mundtrockenheit
- Schmerztherapie
- Behandlung von Unruhe und Angst
- Ruhe
- Nähe
- palliative Begleitung
Was sollte rechtlich und praktisch dokumentiert werden?
Sinnvoll ist eine klare Dokumentation von:
- dem geäußerten Willen
- der Entscheidungsfähigkeit
- der Aufklärung über Verlauf und Folgen
- einbezogenen Ärztinnen oder Ärzten
- Patientenverfügung
- Vorsorgevollmacht
- Wünschen zur palliativen Begleitung
- der Rolle der Angehörigen
Das schützt nicht nur Begleitende,
sondern vor allem den Willen des Menschen.
WIE VERLÄUFT STERBEFASTEN / FVET?
Der Verlauf eines freiwilligen Verzichts auf Essen und Trinken (FVET) ist individuell.
Die Dauer und die körperlichen Veränderungen hängen unter anderem ab von:
- Alter
- körperlicher Verfassung
- Vorerkrankungen
- Medikamenten
- Flüssigkeitsaufnahme
Trotzdem gibt es typische Veränderungen,
die bei vielen Menschen ähnlich verlaufen.
PART 1 – DIE ENTSCHEIDUNG
- medizinische Therapien versucht
- Rehabilitationsmaßnahmen genutzt
- Schmerzen oder Einschränkungen erlebt
- lange um Lebensqualität gerungen
dass die Entscheidung bewusst,
freiwillig
und einsichtsfähig getroffen wird.
- Angehörigen
- Ärztinnen und Ärzten
- palliativmedizinischen Teams
- Begleitenden
- Hunger
- Durstgefühl
- Müdigkeit
- innere Unruhe
- emotionale Schwankungen
ziehen sich zurück
oder reduzieren Gespräche und soziale Kontakte.
weil Unsicherheit entsteht:
- Was ist normal?
- Leidet der Mensch?
- Wie kann ich helfen?
- längere Schlafphasen
- reduzierte körperliche Belastbarkeit
- weniger Kommunikation
- verlangsamte Reaktionen
- zunehmender Rückzug
insbesondere bei körperlicher Schwäche oder Flüssigkeitsmangel.
andere eher schläfrig oder zeitweise verwirrt.
da Unterstützung im Alltag zunehmend notwendig wird.
- feuchte Tupfer
- Mundsprays
- Lippenpflege
- Eisstücke
- kleine Mengen Schaum zur Befeuchtung
frühzeitig ärztliche oder palliative Unterstützung einzubeziehen,
um Beschwerden wie:
- Schmerzen
- Angst
- Unruhe
- Übelkeit
- Atemnot
- starke körperliche Schwäche
- reduzierte Reaktionen
- veränderte Atmung
- kaum noch Kommunikation
- vollständige Bettlägerigkeit
weshalb auch sie Unterstützung und Orientierung benötigen.
WELCHE ROLLE SPIELEN ANGEHÖRIGE?
- Unsicherheit
- Schuldgefühle
- Angst
- Überforderung
- Erschöpfung
- Begleitung
- Mundpflege
- Organisation
- Anwesenheit
- emotionale Unterstützung
- Gespräche
- Orientierung
- Entlastung
- palliative Unterstützung
WELCHE ROLLE SPIELT DIE PALLIATIVVERSORGUNG?
Beschwerden während des FVET möglichst gut zu lindern.
- Schmerztherapie
- Angstreduktion
- Mundpflege
- körperliche Unterstützung
- Ruhe
- medizinische Begleitung
frühzeitig Ärztinnen,
Ärzte
oder palliative Fachpersonen einzubeziehen.
FVET BEGLEITUNG
Menschen und Angehörige während des freiwilligen Verzichts auf Essen und Trinken zu unterstützen.
- Gespräche
- Orientierung
- Begleitung von Angehörigen
- Krisenbegleitung
- Unterstützung bei Mundpflege
- Zusammenarbeit mit palliativmedizinischen Fachpersonen
- Ruhe und Präsenz
den Tod aktiv herbeizuführen,
sondern einen selbstbestimmten Weg achtsam und menschlich zu begleiten.
Kann ein FVET zuhause durchgeführt werden?
viele Menschen entscheiden sich dafür,
den freiwilligen Verzicht auf Essen und Trinken zuhause durchzuführen.
dass ausreichend Unterstützung organisiert wird.
zum Beispiel bei:
- Mundpflege
- Körperpflege
- Umlagerung
- Medikamentengabe
- Organisation des Alltags
frühzeitig:
- Hausärztinnen oder Hausärzte
- palliative Fachpersonen
- Hospizdienste
- ambulante Palliativversorgung
- oder eine Sterbeamme
Muss ein Mensch während des Sterbefastens dauerhaft im Bett bleiben?
und gestalten ihren Alltag teilweise weiterhin selbstständig.
- schlafen mehr
- bewegen sich weniger
- benötigen Unterstützung beim Aufstehen oder Umlagern
- verbringen zunehmend mehr Zeit im Bett
und hängt stark von der körperlichen Ausgangssituation ab.
Wann sollte ärztliche oder palliative Unterstützung hinzugezogen werden?
ärztliche oder palliative Unterstützung möglichst frühzeitig einzubeziehen.
- Schmerzen
- starker Unruhe
- Angst
- Atemnot
- Übelkeit
- Unsicherheit Angehöriger
- zunehmender Schwäche
Beschwerden möglichst gut zu lindern
und Angehörige zu entlasten.
Was passiert, wenn weiterhin kleine Mengen getrunken werden?
kann sich der Verlauf eines FVET deutlich verlängern.
weiter kleine Mengen zu trinken,
zum Beispiel:
- Wasser
- Tee
- Saft
- Eiswürfel
- Schaum zur Mundbefeuchtung
- die Dauer des Prozesses
- die körperliche Schwäche
- die Müdigkeit
- der Verlauf insgesamt
Ist Sterbefasten friedlich?
- guter Mundpflege
- palliativmedizinischer Unterstützung
- Schmerztherapie
- Ruhe
- Begleitung
- menschlicher Präsenz
- Angst
- Unruhe
- emotionale Belastung
- körperliche Beschwerden
für die sterbende Person
und für Angehörige.
Welche Rolle spielt Schlaf während des FVET?
und Nahrungsverzicht schlafen viele Menschen deutlich mehr.
- ziehen sich zurück
- reagieren langsamer
- sprechen weniger
- schlafen über weite Teile des Tages
WICHTIGER HINWEIS
Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information
und ersetzen keine medizinische,
therapeutische
oder rechtliche Beratung.
Entscheidungen rund um den freiwilligen Verzicht auf Essen und Trinken (FVET)
sollten immer gemeinsam mit qualifizierten medizinischen
und gegebenenfalls rechtlichen Fachpersonen betrachtet werden.